Arm in Arm und Wort für Wort
Gedichte aus sechs Jahrzehnten
Coverbild: Jürgen Schwalm
Vorwort: Hermann Hofer
ISBN: 979-8598725467
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| Denkmal für Friedrich Wilhelm Ludwig von Arnim-Suckow – Foto: Jürgen Schwalm, 2020 |
Lübeck um 1900
Die Fahrstraße [Arnimstraße]
führt weiter durch Feld in 30 Minuten zum Waldesrande. Hier an der
Tannenholzung liegt die zum Orte Wesloe gehörende Gastwirtschaft: Zum
Arnim-Denkmal mit großem Garten mit Belustigungsspielen. Dieselbe liegt an
herrlichen Tannenwaldungen etwas abseits von der großen Heerstraße der
Touristen und dürfte gerade deshalb für viele als ein beliebtes Ausflugsziel zu
empfehlen sein.
Hinter dem Gasthause liegt auf einer tannenumkränzten Anhöhe am Walde das Arnim-Denkmal, ein 2 m hoher granitner Obelisk mit der Inschrift: Friedrich Wilhelm Ludwig von Arnim aus dem Hause Suckow – Erster Führer der hanseatischen Reiterei, kgl. preuss. und großbrittanischer Major, Ritter des Verdienst- und Johanniterordens, geb. d. 10. April 1780, gefallen d. 5. September 1813 bei einem Versuche zu Lübecks Befreiung.
[Das Denkmal ließen Offiziere der Hanseatischen Legion errichten. An seiner Nordseite steht folgende Inschrift: FÜR DAS VATERLAND HAT ER SEIN BLUT VERGOSSEN AUCH AUS SEINEM BLUTE IST EUCH HEIL ENTSTANDEN DENKET DANKBAR SEIN DIE IHR VORÜBER GEHT UND GELOBET ES IN DER FREIHEIT SCHÖNEN TAGEN IMMER HELDENMÜTHIG GUT UND BLUT ZU WAGEN WENN DAS VATERLAND IN NOTH IHR SEHT / DIESES DENKMAL SETZTEN DEM HELDEN TREUE KAMPFGENOSSEN. Die Verse stammen von Johannes Geibel, dem Vater von Emanuel Geibel. Johannes Geibel war auch bei der Einweihungsfeier des Denkmals dabei, die am 18. Oktober 1814 stattfand. Das Denkmal ist das erste Kriegerdenkmal, das in Lübeck errichtet wurde].
Anmerkung in eckiger Klammer: Jürgen Schwalm
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Historisierende Aussicht auf Lübeck von Marli. Das Glasbild kaufte Jürgen Schwalm 1971 in der Lübecker Mengstraße 31, wo sich seit dem 19. Jahrhundert bis 1995 die Glaswerkstatt Berkentien befand. |
Lübeck um 1900
Aus: Hundert Ausflüge in Lübecks Umgebung nebst Führer durch die Stadt Lübeck, Verlag von Edmund Schmersahl, Nachf. (Rich.Brunn), Lübeck, 1899
Kurz vor dem Endpunkte der Allee [Roeckstraße] bietet R. Jenner’s Restaurant mit Garten eine angenehme Raststätte. Bei der Wegeteilung am Ende der Roeckstraße biege man links in die Arnimstraße ein. [Die erstmalige Benennung der Arnimstraße nach dem Major Friedrich Wilhelm Ludwig von Arnim-Suckow (1780-1813) erfolgte 1869 durch das Lübecker Polizeiamt, da sich das bisherige Fehlen von Straßennamen zunehmend als Problem für die Anwohner herausgestellt hatte, wie Leserbriefe an Zeitungen 1866 belegen.]
Nach 15 Minuten gelangt man nach Neu-Lauerhof.
(2,63 km) Neu-Lauerhof: Eines der schönsten und größten Etablissements Lübeck’s, mit großem schönen Garten und Sälen. Vorzügliche Küche, vorzugsweise bekannt seiner großen Spargel – und Erdbeerkulturen wegen, dessen Erträge dort auf das beste zubereitet, stets frisch verabreicht werden.
Geschichtliches: Das Etablissement entstand aus dem Holländerhause des Lauerhofes, dessen Name schon anno 1163 erwähnt wurde. Im Mittelalter hieß der Lauerhof allerdings ad leonem (Zum Löwen). Als Kaiser Friedrich Barbarossa im Jahre 1181 gegen Heinrich den Löwen von Lübeck zog, war sein Lager der Sage nach, am Lauerhof, wo die Stadt zu Ehren ihres Stifters Löwen füttern ließ. Gegen Ende des 15 Jahrhunderts wurden hier die Löwen des hohen Rates gehalten, welche demselben von der Stadt Kampen in Holland zum Geschenk gemacht waren.
[siehe auch: Ernst Deecke: Lübische Geschichten und Sagen Nr.11: Der Lauerhof.- Auf dem Gelände eines früher der Stadt Lübeck gehörenden Pachthofes „Lauerhof am Berge“ liegt die heutige Lauerhofstraße. Die von dem Franziskanermönch Detmar (gest. nach 1395) verfasste Stadtchronik erwähnt das Gut „Alt-Lauerhof“ bereits 1163. Die Stadt, die es 1768 erwarb, zerteilte es in drei Pachthöfe: Alt-Lauerhof, Neu-Lauerhof am Berg und Neu-Lauerhof am Fuchsberg.]
Anmerkungen in eckigen Klammern: Jürgen Schwalm
Das Scheibenkreuz in der Lübecker Roeckstraße.
Die Darstellung der drei Hostien im Zentrum des
Kreuzes und die Löcher am Kreuzarm wurden
durch schwarze Tusche verdeutlicht.
Fotos: Jürgen Schwalm, 2020
Anmerkungen in eckigen Klammern: Jürgen Schwalm