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| Foto: Marina Warnick |
| Jürgen Schwalm: Bäume am Fluss, Glasmalerei |
Jürgen Schwalm
Chanson
Am Uferweg
Erwart’ ich dich
Unter der Brücke
Wo die Laternen
Im Nebelkleid stehn
Ich seh dich schon
Im Lichtgeflirr und feuchten Hauch
Ich heb’ die Hand
Du rufst mir zu
Gleich bist du da
Am Uferweg
Unter der Brücke
Wo die Laternen
Im Nebelkleid stehn
Drei Schritte noch
Jetzt bist du da
Der Fluss wird still
Die Zeit hält an
Am Uferweg
Unter der Brücke
Versinkt für uns die Nacht
Und du bleibst Kuss um Kuss
| Jürgen Schwalm: Ewige Blüte, Hinterglasmalerei |
Jürgen Schwalm
Avant de mourir*
Nächtliche Tangoschritte
Liebevolle Erinnerungen
auf den Saiten der Violine verhaucht
Könnte mich als letztes Geschenk
diese Melodie
den jähen Abschied von dir
vergessen lassen
Würden diese schlichten Klänge
wenn ich dich
wo auch immer
wiedergefunden hätte
unseren Begrüßungskuss begleiten
dann bäte ich das Lied
weiter mit uns zu tanzen
über den Tod hinaus
*Tango von Georges Boulanger (1893-1958)
Das Gedicht steht in dem Lyrik-Band von
Jürgen Schwalm: Arm in Arm und Wort für Wort
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| Jürgen Schwalm: An einem Sommertag um halb zwölf; Hinterglasmalerei |
Jürgen Schwalm
Gartenlust
Viele Religionen beginnen mit und in einem Garten und enden mit der Sehnsucht
ihrer Anhänger, in diesen ersten Garten heimkehren zu dürfen. Freilich: Die Pforten
vor allen Paradiesen sind meist verschlossen oder zu eng. Aber wir Weltenwanderer
sollten die Hoffnung nie aufgeben. Denn warum sollte das, was in einem Garten
verloren ging, denn schließlich in einer Gartenlust nicht wieder eingelöst werden
können?
(aus: Jürgen Schwalm: „Der Lebensbaum“, Betrachtungen)