| Arletty. Fotosammlung Jürgen Schwalm |
Arletty
Wohl keine französische Schauspielerin hat einen derartigen Eindruck auf mich gemacht wie Arletty, die ich erstmals während meines Studiums in Freiburg in dem großartigen Film: „Les Enfants du Paradis“ (Kinder des Olymp) sah.
Klaus Harpprecht schreibt in: „Arletty und ihr deutscher Offizier; Eine Liebe in Zeitendes Krieges“, Fischer, 2011, über Arletty:
Von ihren Filmen und von den Theater- und Revuebühnen kannte das Publikum –nicht anders als die Kollegen und Freunde – ihre provokante Modernität, ihren Witz, ihre Eigenwilligkeit, ihren offen ausgespielten Sexappeal; sie waren mit jener Mischung von Härte und Hingabe vertraut, die ihre Persönlichkeit bestimmte, vielleicht auch mit dem Schatten der Melancholie, der sie gelegentlich streifte, auch wenn sie lachte… Ihr Blick für die Merkwürdigkeiten von Gesicht und Charakter war rasch und genau, in den Jahrzehnten ihrer Theater- und Filmerfahrung geübt, früh geweckt durch das latente Misstrauen des Kindes armer Leute, geschärft durch die ironische Distanz zur Gesellschaft der Reichen und Schönen…
Arletty wurde am 15.5.1898 in Courbevoie geboren. Während des 2. Weltkrieges lernte sie den deutschen Luftwaffenoffizier Hans Jürgen Soehring (geb. 23.7.1908 in Istanbul, gest. 9.10. 1950 im Fluss Kongo) in Paris kennen und lieben. Nach dem Krieg wohnte Soehring in Marquartstein, Prügelweg 6 (Auskunft von Theo Breit, Marquartstein). Er heiratete nach dem Krieg Analisa Pistor und hatte mit ihr zwei Söhne: Oliver und Jan Claudio. Soehring gehörte der „Gruppe 47“ an, verfasste u.a. den 1948 erschienenen Band mit 8 Erzählungen „Cordula“ (1968 nochmals herausgegeben bei Desch, München) und den 1950 bei Fischer /Frankfurt publizierten Roman „Casaducale“, außerdem übersetzte er Charles Lindberghs: „Mein Flug über den Ozean“. Seit 1954 stand er im Dienst des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland; er war Botschafter in der Republik Kongo, wo er bei einem Familienausflug im Kongo ertrank. Arletty war bis zu seinem Tode mit Soehring befreundet und verstand sich auch gut mit seiner Witwe; sie besuchte die Witwe und die Söhne in Bad Godesberg. Arletty erblindete ab 1966, nahm aber weiterhin am künstlerischen Leben in Paris großen Anteil. Sie hat in ca. 60 Filmen mitgewirkt. 1988 feierte sie noch „ganz groß“ ihren 90. Geburtstag. Sie lebte zuletzt im Appartement Nr. 14 in der Rue de Rémusat, 16. Arrondissement, Paris, und starb am 23.7.1992 in Paris.
Klaus Harpprecht schreibt in: „Arletty und ihr deutscher Offizier; Eine Liebe in Zeitendes Krieges“, Fischer, 2011, über Arletty:
Von ihren Filmen und von den Theater- und Revuebühnen kannte das Publikum –nicht anders als die Kollegen und Freunde – ihre provokante Modernität, ihren Witz, ihre Eigenwilligkeit, ihren offen ausgespielten Sexappeal; sie waren mit jener Mischung von Härte und Hingabe vertraut, die ihre Persönlichkeit bestimmte, vielleicht auch mit dem Schatten der Melancholie, der sie gelegentlich streifte, auch wenn sie lachte… Ihr Blick für die Merkwürdigkeiten von Gesicht und Charakter war rasch und genau, in den Jahrzehnten ihrer Theater- und Filmerfahrung geübt, früh geweckt durch das latente Misstrauen des Kindes armer Leute, geschärft durch die ironische Distanz zur Gesellschaft der Reichen und Schönen…
Arletty wurde am 15.5.1898 in Courbevoie geboren. Während des 2. Weltkrieges lernte sie den deutschen Luftwaffenoffizier Hans Jürgen Soehring (geb. 23.7.1908 in Istanbul, gest. 9.10. 1950 im Fluss Kongo) in Paris kennen und lieben. Nach dem Krieg wohnte Soehring in Marquartstein, Prügelweg 6 (Auskunft von Theo Breit, Marquartstein). Er heiratete nach dem Krieg Analisa Pistor und hatte mit ihr zwei Söhne: Oliver und Jan Claudio. Soehring gehörte der „Gruppe 47“ an, verfasste u.a. den 1948 erschienenen Band mit 8 Erzählungen „Cordula“ (1968 nochmals herausgegeben bei Desch, München) und den 1950 bei Fischer /Frankfurt publizierten Roman „Casaducale“, außerdem übersetzte er Charles Lindberghs: „Mein Flug über den Ozean“. Seit 1954 stand er im Dienst des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland; er war Botschafter in der Republik Kongo, wo er bei einem Familienausflug im Kongo ertrank. Arletty war bis zu seinem Tode mit Soehring befreundet und verstand sich auch gut mit seiner Witwe; sie besuchte die Witwe und die Söhne in Bad Godesberg. Arletty erblindete ab 1966, nahm aber weiterhin am künstlerischen Leben in Paris großen Anteil. Sie hat in ca. 60 Filmen mitgewirkt. 1988 feierte sie noch „ganz groß“ ihren 90. Geburtstag. Sie lebte zuletzt im Appartement Nr. 14 in der Rue de Rémusat, 16. Arrondissement, Paris, und starb am 23.7.1992 in Paris.
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