Sonntag, 26. April 2026

Der Stoff, aus dem die Träume sind

Jürgen Schwalm: Der Stoff, aus dem die Träume sind, Glasmalerei

Jürgen Schwalm

Der Stoff, aus dem die Träume sind (1)

Im September 1997 protokollierte ich sofort nach dem Erwachen
folgenden Traum:
Zwei dicht nebeneinanderstehende Bäume (sie heißen im Schlaf „A-horn“ – mit der Betonung auf „horn“) die sich in den Armen liegen, tauschen mit den Fingerspitzen ihrer Zweige unter einem Laubschirm
(Laubschild) Nachrichten aus. Die Nachrichten sehen wie Nüsse aus.
Die Blätter der Bäume schließen sich um die Nüsse, und wenn sie sich
nach einer Weile wieder öffnen, sind die Nüsse verschwunden, weil sie
verdaut wurden. Ich bin sehr zufrieden, weil ich weiß, dass die Nüsse die Erbmasse sind und dass die Bäume den „Austausch“ im Gegensatz zu den Menschen erstmals nach vierzig Jahren unter dem Schirm (Schild) betreiben, wenn sie genügend Erdbeeren, Erbsen und Eckern
gesammelt haben, damit ihnen bessere Kinder gelingen. „Der Spinat fürs Leben schmeckt den Kindern dann auch besser“, sagt jemand. Ich erwachte mit dem Gefühl, tiefschürfende Erkenntnisse gewonnen zu haben.

Jürgen Schwalm

Der Stoff, aus dem die Träume sind (2)

Was geschieht in unseren Träumen? Oft werden wir in unseren Nächten ans Kreuz geschlagen und reißen uns an den Nägeln wund. Am Rand unserer Träume sind wir aber manchmal auch in der Lage, erstaunliche oder komische Definitionen zu finden und in den
Wachzustand zu retten.
Traum im Jahr 2004 (kurz vor dem Erwachen): In einer Bretterbude ringt ein Schauspieler pathetisch die Hände und sagt in sächsischem Idiom: „Dialekt schafft Intellekt.“ Ich erwachte unter meinem eigenen lauten Gelächter.








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