Sonntag, 17. Mai 2015
Sonntag, 3. Mai 2015
Nachspann für Marlene Dietrich
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Jürgen Schwalm: “Das
Vermächtnis einer Diva”,
Collage (Papier, Stoff, Schallplatte, Stecknadeln,
Perlmuttknopf), 2003
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Jürgen Schwalm
Nachspann für Marlene Dietrich
Flucht in die Kino-Höhle der Zarin aus Schneekälte und Flockenfall vom Pferdeschlitten direkt über die Klinge gesprungen in den scharlachroten Sesselplüsch - zum Star aus dem Sternberg Paramount dort droben - in den Palast der Wunder zum Andachtsbild mit diesem Namen aus Heimatlied und Peitschenknall -
Porzellan aus Berlin schlägt keine Zeit kaputt aus Hass oder Liebe –
Haut ohne Craquelé faltenlos immerdar und das Licht steht stets hoch im Norden über den dunklen Buchten der Wangen wachsblumenrot -
Da welken die Locken nie - nie wird der Puder zu Staub unter den Lampen -
Aber manchmal löscht sie das Licht auch aus wenn der Vorhang ihrer Lider fällt halbseiden mit langen Fransen und der Sahnelöffel der Zungenspitze von der Erdbeerspeise der Lippen nascht –
Nach zwanzig Uhr Kino-Zeit wachsen ihre Absichten mit den Absätzen -
Je tiefer sich die Nacken beugen unter ihrem aufgesetzten Schuh desto lauter stöhnen die Verehrer auf und prügeln sich im Backroom hinter der Bar -
Doch welch großer Bluff denn nie fließt Blut dabei und der Zylinder bleibt immer auf ihrem Kopf -
Ja Köpfchen muss man behalten und das Gefühl am rechten Fleck und hinter den Kulisssen den Koffer für den Einsatz an vorderster Front und pünktlich die Klamotten zum Zapfenstreich wenn die GI’s sie auf ihre Schultern heben –
Nicht kleinzukriegen diese Korsage gummielastisch - aderlos auf ewig unverkrampft diese Beine -
Diese Stimme mit dem Geigenbogen über Sägezähne wund gestrichen -
(aus:
„Das Visier der Jugend“, in: Almanach deutschsprachiger Schriftsteller-Ärzte,
Jg. 2015)
Montag, 20. April 2015
"Litterärisches Gespräch" 30.04.2015 in Lübeck
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Jürgen
Schwalm: Très chic, Hinterglasmalerei über Stoff (Papillon, Filz), 2008
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Gesellschaft zur Beförderung gemeinnütziger Tätigkeit
Königstraße 5, 23552 Lübeck
Donnerstag, 30. April 2015, 19.30 Uhr
Litterärisches Gespräch
Jutta Kähler, Jürgen Schwalm
Peter Panter, Theobald Tiger, Ignaz Wrobel und Kaspar Hauser =
Kurt Tucholsky
Einblicke
in Leben und Werk des Journalisten, Satirikers, Essayisten, Literatur- und
Theaterkritikers, Erzählers und Lyrikers
Jede Zeit
hat den Kritiker, den sie verdient… Kurt Tucholsky besitzt Leidenschaft, Kühle,
Pathos, Ironie, Hass und Witz. Und das beste ist, dass seine Leidenschaft sich
am unmittelbarsten im Witz, sein Pathos sich am elementarsten in der Ironie
überträgt. Tucholskys Formulierungstalent ist außerordentlich. Aber die Pointe
selbst, ihre Zuspitzung, ihre refrainhafte, leitmotivische Wiederholung ist
nicht das Wesentliche. Das Wesentliche ist der ethische Wille, der dahinter
steht… Herbert Ihering, 1920
- Der
Eintritt ist frei -
Samstag, 4. April 2015
"Auf frühlingsgrünen Feldern"
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Jürgen
Schwalm: “Auf frühlingsgrünen Feldern”, Hinterglasmalerei über bemaltem
Frotteestoff, 2011
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Der Hase stellt die Ohren
auf
um zu erlauschen
wie der Frühling sein Ei
legt
Zwischen gestern und Ostern
brüten die Farben aus
und zwitschern neue Bilder
aus: Jürgen Schwalm
Vernissage - Bilder einer
Ausstellung
Th. Breit - Verlag Marquartstein 1990
Samstag, 21. März 2015
"Du scheues Reh am Waldessaum" - Vortrag 2. April 2015 Rosenhof Lübeck-Travemünde
Samstag, 28. Februar 2015
Kalendarium
Dienstag, 3. Februar 2015
Die Wohnungen der Engel sind immer in den Himmeln, die wir ihnen in den eigenen Herzen bereiten
| Jürgen Schwalm: Archaische Träume (Detail), Glasmalerei, 2004 |
Wenn in der großartigen Bach-Kantate zum Michaelistag „Es erhub sich ein Streit“ (BWV 19) gesungen wird:
"Bleibt, ihr Engel, bleibt bei mir!
Führet mich auf beiden Seiten,
dass mein Fuß nicht möge gleiten“,
dann wird in dieser barock bewegten und dadurch bewegenden Anrufung der Beistand von Boten erfleht, deren Existenz geistige Realität ist. Schon das darauffolgende Jahrhundert mit seinem mechanistischen Denken sah in den Engeln vorzugsweise vordergründig nur noch Phantasiegestalten einer Kindermärchenwelt, die heute nach wie vor gerne zu Weihnachtskitsch verzuckert werden.
Es ist immer sinnvoll, der Sprache auf den Grund zu gehen. ENGEL kommt vom griechischen Wort Angelos = Bote. Boten können gute oder schlechte Nachrichten übermitteln, aber sie handeln stets in höherem Auftrag. Engel sind Boten der Mächte, die unser Geschick bewahren und leiten. Sie nahen in vielen Gestalten. In der Antike waren sie Götterboten. Als Gesandte des Gottes der Christenheit verkündigen sie das „Ev-Angelium“, die „gute Botschaft“. So brachte der Erzengel Gabriel Maria den göttlichen Gruß. Gute Botschaften empfangen wir gerne, aber wir müssen auch solche Botschaften annehmen, die uns belasten. Da ist es eine Gnade, dass die Engel, die uns heimsuchen, uns auch dienen dürfen.
Es gibt die WAHRHEIT DER ENGEL. Um diese Einsicht muss allerdings immer wieder gerungen werden. Von ihrer Botschaft zutiefst getroffen, ja verletzt zu werden, bedeutet für uns die Rettung aus den Abgründen des Lebens. Wir sind verloren, wenn wir die Engel leugnen. Wir können sicher sein, dass in unserer immer wieder bedrohten Welt Mächte wirken, die uns führen und bergen. Wir können nur überdauern, wenn wir den Kräften der Engel vertrauen, wenn wir die Engel mit ihrem Ev-Angelium bei uns einkehren lassen. DIE WOHNUNGEN DER ENGEL SIND IMMER IN DEN HIMMELN, DIE WIR IHNEN IN DEN EIGENEN HERZEN BEREITEN.
Jürgen Schwalm
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